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# Wertebehandlung für Messreihen

#### Differenz zum vorherigen Wert

Es wird jeweils die Differenz zum vorhergehenden Wert gebildet. Gemäß der konfigurierten Verdichtungsmethode werden die einzelnen Differenzen anschließend verdichtet.

#### Zählerdifferenz <a href="#zaehlerdifferenz" id="zaehlerdifferenz"></a>

Wenn es sich bei der Verfahrensgröße um einen aufsteigenden Zählwert handelt, der von einem Leitsystem/SPS-Treiber oder durch manuelle Erfassung als solcher übernommen wird und in ACRON nicht der Zählerstand, sondern die einzelnen Differenzen ausgewertet werden sollen, ist diese Option auszuwählen. Das Feld "Überlauf" ist nur relevant, wenn während der Lebensdauer der Anlage ein Überlaufen des Zählers möglich ist. Besitzt der Zähler einen festen Überlaufwert (Zählerstand wird wieder 0), kann – optional – der entsprechende Wert in dem Feld "Überlauf" eingetragen werden.

ACRON behandelt solche Werte folgendermaßen:

Es wird jeweils die Differenz zu dem vorhergehenden Wert gebildet.

Wenn diese Differenz negativ ist, wird der Überlaufwert addiert. Falls kein Überlaufwert angegeben wurde, so wird die negative Differenz auf 0 gesetzt. In diesem Fall entsteht also eine geringfügige Ungenauigkeit, da die Differenz zwischen zwei Werten im Schreibintervall des Providers nicht ermittelt werden konnte. Wenn der vorhergehende Wert im vorigen Tag nicht vorhanden ist, so ist das Ergebnis Null.

In den folgenden Verdichtungsstufen können die Werte summiert werden und damit den "Tages-, Monats- und Jahresverbrauch" liefern.

Wenn ein Zählwert bei einem Überlauf nicht Null wird, sondern ins Negative umschlägt, muss bei der Prozessverknüpfung die Funktion "[MakeDWord](/acron-9.3/intro/funktionen/funk_logik.md#func_makedword)" verwendet werden. Diese Funktion interpretiert die Parameter als vorzeichenlose 16-Bit Werte und gibt nur positive Werte zurück. Dabei ist zu beachten, dass sich dadurch ein doppelt so hoher Überlaufwert ergibt.

Hinweis

Bei erfasstem Überlauf im Register 'Zählerverwaltung' wird der im Register 'Allgemein'/ Prozessdatenverknüpfung eingegebene Überlaufwert ignoriert.

#### Verbrauch aus Behälterinhalt oder Waage

Mit dieser Methode bestimmt ACRON näherungsweise den Verbrauch aus einem Behälter mit Höhenstandsanzeige, einer Waage oder Ähnlichem. Für einen Behälter mit einer flüssigen Substanz und angebautem Höhenstandsmesser bildet ACRON die negative Differenz zweier aufeinanderfolgender Messungen und ermittelt daraus den Verbrauch. Sollte der Höhenstand aufgrund eines Füllvorgangs wieder steigen, wird dies von ACRON ignoriert. Während eines Füllvorgangs kann folglich kein Verbrauch ermittelt werden.

Da der Füllvorgang aber in der Regel nur kurz ist, kann diese Ungenauigkeit in vielen Fällen vernachlässigt werden.

Unter Hysterese kann ein Toleranzbereich festgelegt werden, der Schwankungen während der Messungen berücksichtigt, die beispielsweise durch Erschütterungen oder – z.B. bei einer Freilandwaage - durch Wind entstehen können.

Differenzen, die kleiner als die Hysterese sind, werden von ACRON nicht ausgewertet.

#### Betriebsstunden aus Zustandsbits

Wird mit einer externen Variablen ein digitaler Wert aufgezeichnet, der angibt, ob eine Einheit in Betrieb ist (z.B. 1 = Motor läuft, 0 = Motor ist aus), kann mit dieser Methode die Laufzeit in Stunden ermittelt werden.

Bei dieser externen Variablen sollte für die [Delta Event Aufzeichnung](/acron-9.3/acron_der_anlagenchronist/datenaufzeichnungsverfahren.md#deltaeventaufzeichnung) verwendet werden. Bei sehr schnell schaltenden Einheiten ist diese Methode jedoch ungenau.

#### Integral, gewichtete Summe

Bei dieser Verdichtung wird die Fläche unter der sich ergebenden Wertekurve ermittelt. Dabei wird die Zeitdifferenz zum vorhergehenden Wert in Stunden mit dem Wert selbst multipliziert. In der nächsten Verdichtungsstufe können die Werte dann z. B. summiert werden.

#### Vorgängerwert verwenden

Die gesamte Wertereihe wird um einen Wert verschoben. Zu jedem Zeitpunkt in der Wertereihe wird der Wert ersetzt durch den Vorgängerwert.


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